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	<title>Glossar: Lernkabinett </title>
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	<updated>2026-05-07T18:52:04Z</updated>
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		<name>haller@aikud.de</name>
		<email>haller@aikud.de</email>
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		<title>LERNUMGEBUNGEN, LERNERFAHRUNGEN UND LERNKULTUREN</title>
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		<summary type="html"><![CDATA[  Die Erfahrungen von Menschen mit unterschiedlichen Lernumgebungen<br />  stehen in engem Zusammenhang mit ihren jeweiligen Bildungsbiographien:<br />  Kommen in diesen Biographien nur die Lernumgebungen des traditionellen <br />  Schul- und Hochschulunterrichts vor (Fachräume und Klassenräume) oder<br />  liegen Erfahrungen mit weiteren Lernumgebungen vor: mit Fernstudium, mit<br />  Bildungsreisen, mit Praktika, mit Hospitationen, mit Tagungen und Konfe-<br />  renzen oder mit öffentlichen Diskussionen ? Wie weit wurden und werden<br />  Museen, Bibliotheken, Beratungsstellen, Zoos, Theater, Kirchen, Sport-<br />  lätze, Fernsehsendungen, Zeitungen,  PCs oder Bücher bewußt als Lern-<br />  umgebungen bzw. als Elemente von bestimmten Lernumgebungen wahr-<br />  genommen ?<br /><br />  Lernumgebungen sind jedoch immer auch Ausdruck von Lernkultur. Wenn<br />  man beispielsweise die für Management-Training typischen Lernumgebungen <br />  vergleicht mit denen, die für die militärische Grundausbildung oder für die<br />  Lehrlingsausbildung charakteristisch sind, fallen die Unterschiede rasch ins<br />  Auge. Noch deutlicher werden diese Unterschiede, wenn man den<br />  europäisch-abendländischen Bereich verlässt und z.B. an Lernumgebungen<br />  außereuropäischer Kulturen denkt: An buddhistische Klöster, an Moscheen<br />  oder an &quot;Buschschulen&quot;, in denen Kinder afrikanischer Stämme auf ihre<br />  Initiation vorbereitet werden. Wir wollen uns deshalb zunächst der <br />  kulturellen Eigenart von Lernumgebungen zuwenden.<br /><br />Merkmale bzw. Elemente von Lernum-<br />  gebungen nach folgenden Katagorien knapp beschrieben werden: <br /> <br />  * Lernorte<br />  * Lernzeiten<br />  * Raumgestaltung und Raumausstattung<br />  * Personen (Gestaltung der Sozialbeziehungen)<br />  * Hintergrund-Materialien &amp; Medien<br />  * Geräte &amp; Werkzeuge<br />  * Referenzen<br />  * Regelungen<br />  * Kursmaterialien<br /><br />KULTURSPEZIFISCHE EIGENART VON LERNUMGEBUNGEN<br /><br />  Die 20 Grundmodelle didaktischen Handelns sind nicht lediglich verschie-<br />  dene Lehrmethoden bzw. Lehrtechniken zu betrachten. Vielmehr wird die <br />  Lernumgebung als Komponente des methodischen Kerns von Elementen<br />  bestimmt von einem &quot;kulturellen Hintergrund&quot;, zu dessen Elementen neben<br />  Raum- und Zeitstrukturen auch Objekte und Symbole, Personen und <br />  Werkzeuge, Mythen und Rituale gehören. So nimmt es nicht wunder, wenn<br />  man von Untersuchungen mit indianischen Jugendlichen erfährt, die in <br />  runden Räumen offensichtlich besser lernten als in rechteckigen Räumen.<br />  Und daß gut gestaltete und sorgfältig unterhaltene Lernumgebungen<br />  positivere Wirkungen auf Lernklima und Lernerfolg haben als verwahrloste, <br />  entspricht unserer Alltagserfahrung.<br /><br />  In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, daß tätigkeitstheoretisch <br />  orientierte Psychologen wie z.B. LEONTIEW darauf hingewiesen haben,<br />  daß und wie die Denkformen der Menschen von ihrer Arbeitsorganisation<br />  und vom Gebrauch typischer Werkzeuge bestimmt werden. Beides sind <br />  wichtige Elemente des kulturellen Hintergrunds, der nicht nur die Form<br />  ihres Denkens, sondern auch die Form ihres Lernens bestimmt. Man kann<br />  diese Erkenntnis jedoch auch in umgekehrter Richtung anwenden: Wenn <br />  sich die Arbeitsorganisation und der Werkzeuggebrauch ändern oder<br />  ändern sollen, müssen auch die &quot;Didaktiken&quot; sich ändern, wenn ein<br />  Auseinanderklaffen beider oder gar ein kontraproduktiver Einfluß vermieden <br />  werden soll. <br /><br />  In neuerer Zeit wird - vor allem in Hinblick auf Entwicklungsländer - die<br />  Notwendigkeit &quot;angepaßter&quot; Lernumgebungen und Lehrmittel betont. Damit<br />  ist gemeint, daß Lernumgebungen in diesen Ländern so beschaffen sein <br />  sollten, daß sie aus einheimischen Quellen und mit einheimischen Mitteln zu<br />  gestalten und zu unterhalten sind. Verzichtet werden soll im besondern auf<br />  teuere importierte &quot;Unterrichtstechnologie&quot;, die aus finanziellen und <br />  personellen Gründen auf Dauer weder finanziert noch gewartet werden kann. <br />  Auf der anderen Seite gibt es zahlreiche Beispiele dafür, wie mit didaktischer<br />  Phantasie auch angesichts knapper Mittel differenzierte und vielfältige<br />  Lernumgebungen entwickelt werden können.<br /><br />  Damit ist erneut der Zusammenhang zwischen den gegenwärtig stattfinden-<br />  den kulturellen und ökonomischen Veränderungen auf der einen und den<br />  Änderungen des bedeutsamen kulturellen Hintergrunds von Didaktiken auf <br />  der anderen Seite angesprochen. Bezogen auf Lernumgebungen lassen <br />  sich mindestens drei Gesichtspunkte hervorheben, an denen sich dieser <br />  Zusammenhang besonders deutlich zeigen läßt: Unsere Kultur wird kom-<br />  plexer (und damit unübersichtlicher), sie wird &quot;pluralistischer&quot; (und damit<br />  auch &quot;multikultureller&quot;) und sie wird bestimmt von einem Wertewandel, der <br />  auf die Sicherung von Lebensqualität abzielt. &quot;Neues Lernen&quot;, wie wir es <br />  bereits in Kurs 1 umrissen haben, ist deshalb auf Lernumgebungen <br />  angewiesen, die den Änderungen unserer Kultur Rechnung tragen. <br />  Lernumgebung sollten deshalb<br /><br />  * komplex sein,<br />  * vielfältig sein und<br />  * Lebensqualität sichern.<br /><br />  KOMPLEXE UND WENIG KOMPLEXE LERNUMGEBUNGEN<br /><br />  Die Komplexität einer Lernumgebung ist nicht gleichzusetzen mit der<br />  Reichhaltigkeit der Ausstattung, auch wenn es hierbei gewisse Zusammen-<br />  hänge gibt. Wenig komplexe Lernumgebungen zeichnen sich dadurch aus, <br /><br />  * daß Lerntätigkeit ausschließlich an einem einzigen Lernort ausgeübt wird,<br /><br />  * daß die Lernzeiten in standardisierte Intervalle eingeteilt und wenig <br />    gegliedert sind,<br /><br />  * daß Räume spärlich ausgestattet sind, <br /><br />  * daß es im wesentlichen nur eine einzige Informationsquelle gibt (z.B. <br />    den Lehrer),<br /><br />  * daß im wesentlichen nur ein einziger Kanal für die Informationsvermittlung<br />    genutzt wird (z. B. direkte mündliche Übermittlung),<br /><br />  * daß kaum Hintergrundmaterialien (Lexika, Literaturapparat etc.) bereit-<br />    gestellt werden,<br />  <br />  * daß (z.B. außer Tafel und Kreide) kaum Medien zur Präsentation und<br />    Visualisierung eingesetzt werden,<br /><br />  * daß Lernern keine kursspezifischen Lernmaterialien zur Verfügung stehen <br /><br />  * und daß die keine Regelungen für die Nutzung und Wartung der Lernum-<br />    gebung existieren.<br /><br />  Komplexe Lernumgebungen zeichnen sich demgegenüber durch das<br />  Vorhandensein der genannten Merkmale aus, vor allem aber dadurch, daß <br />  zwischen den einzelnen Elementen sowie zu den Lernaufgaben und Lern-<br />  tätigkeiten differenzierte Beziehungen bestehen.<br /><br />MODELLSPEZIFISCHE UND MODELLÜBERGREIFENDE ELEMENTE <br />                                        VON LERNUMGEBUNGEN<br /><br />  Es versteht sich von selbst, daß Lernumgebungen so beschaffen sein sollten, <br />  daß die nach dem jeweiligen didaktischen Modell gestaltete Unterrichtseinheit <br />  effektiv durchgeführt werden kann. So erfordern z.B.<br /> <br />  * Erkundungen sorgfältige Auswahl der externen Lernorte,<br />  * Planspiele mit mehreren Teams außer entsprechenden Planspielunterlagen <br />    auch Möglichkeiten des Rückzugs der Teams in abgeschirmte Raumbereiche,<br />  * Werkstattseminare eine Ausstattung mit Pinnwand-Material,<br />  * Lernnetzwerke Möglichkeiten der Telekommunikation oder<br />  * Disputationen eine entsprechende Anordnung der Pulte und Sitzmöbel sowie <br />    Begrenzung der Redezeiten.<br /><br />  Frontalunterricht hingegen läßt sich - wie Beispiele in Ländern der Dritten <br />  Welt zeigen - im Extremfall auch unter einem Baum durchführen, wobei der <br />  Lehrer steht und die Schüler auf dem Boden sitzen.<br /><br />  Es besteht also ein funktionaler Zusammenhang zwischen der Modellspezifik<br />  einer Unterrichtseinheit und der Gestaltung der Lernumgebung. Daraus<br />  lassen sich zweierlei Konsequenzen ziehen:<br />  Zum einen muß man auf Modellvielfalt verzichten, wenn die entsprechende <br />  Gestaltung der Lernumgebung nicht möglich ist (oft als beliebte Ausrede <br />  verwendet). Zum anderen muß man langfristig und mittelfristig Anstrengungen<br />  unternehmen, um die Möglichkeit zur modellspezifischen Gestaltung von<br />  Lernumgebungen zu verbessern. <br /><br />  Unter dem Stichwort &quot;multifunktionale Lernumgebungen&quot; bzw. &quot;Lernräume&quot;<br />  wurden beispielsweise bereits im Schulbau der 60er Jahre entsprechende<br />  Anstrengungen unternommen. Dazu gehörten zum einen flexible Wände,<br />  leicht umzustellendes Mobiliar sowie Schränke und Regale für Lern-<br />  materialien. Es gehörten dazu die verschiedensten Geräteausstattungen<br />  für den Medieneinsatz. Und es gehörten dazu Vitrinen und Aufhängevor-<br />  richtungen für Ausstellungen sowie Anschlüsse für Wasser, für Fernseh-<br />  empfang und für Telekommunikation. Wie einzelne Beispiele aus dem<br />  internationalen Bereich zeigen, lassen sich multifunktionale Lernumgebungen<br />  dieser Art auch bereits mit bescheidenen Mitteln herstellen. Andererseits <br />  sollten alle für Bildungseinrichtungen verantwortlichen Personen darauf <br />  bedacht sein, langfristig gut ausgestattete, multifunktionale und auf Dauer <br />  zu unterhaltende Lernumgebungen zu entwickeln.<br /><br />(Flechsig, in: CEDID)<br />]]></summary>
		<updated>2019-01-22T20:49:43Z</updated>
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		<title>Lernumgebung</title>
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		<summary type="html"><![CDATA[Die Lernumgebung ist derjenige Ausschnitt der Umwelt des Lerners, der ausgewählt und gestaltet wird, um Lerntätigkeit zu ermöglichen und zu unterstützen. Die Lernumgebung besteht in der Regel aus<br /><br />  - realen Objekten (Rohmaterial, Organismen, Gegenständen,<br />    Geräten oder Werkzeugen),<br />  - Medien (gesprochenen und/oder schriftlichen Texten, Abbil-<br />    dungen, Filmen, Modellen oder Elementarisierungen),<br />  - Lernhelfern (Experten, Tutoren, Moderatoren, Beratern,<br />    Organisatoren oder Autoren), und<br />  - Regeln (z.B. Ordnungen für räumliche, zeitliche oder<br />    institutionelle Nutzung, soziale Gruppierung etc.)<br /><br />Lernumgebungen können eng in Realität eingebunden sein (Lernen am Arbeitsplatz etc.) oder zeitlich und räumlich ausgegliedert, sie können einfach oder komplex sein.    <br />]]></summary>
		<updated>2019-01-22T20:30:32Z</updated>
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		<title>Lernstrategie, Phasen von Lernstrategien</title>
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		<summary type="html"><![CDATA[Die Entwicklung, Verbesserung und Veränderung eigener Lernstrategien<br />  hat offensichtlich mehrere Aspekte:<br /><br />  - Entwicklung der Fähigkeit, den Lerninhalt als bedeutsam anzusehen,<br />    d.h. ihn auf seine längerfristige BEDEUTUNG für die Entwicklung der<br />    eigenen Persönlichkeit anzusehen.<br /><br />  - Entwicklung der Fähigkeit, sich auf einen Lernprozeß einzulassen <br />    und nicht auszuweichen, bzw. sich ablenken zu lassen (KONZENTRATION)<br /><br />  - Entwicklung der Fähigkeit, die für den Lernprozeß erforderlichen <br />    INFORMATIONEN aufzufinden und einzuordnen in den bisherigen Er-<br />    fahrungskreis.<br /><br />  - Entwicklung der Fähigkeit, das neu Gelernte gegen Vergessen abzu-<br />    sichern und zu ÜBEN.<br /><br />  - Und schließlich Entwicklung der Fähigkeit, das Gelernte auf neue <br />    Erfahrungen, auf die Bewältigung neuer Lebenssituationen anzuwenden<br />    (ÜBERTRAGUNG)<br /><br /> <br />  Schon der erste Blick auf diese fünf Punkte zeigt, daß zumindest <br />  Erwachsene nie bei Null anfangen, wenn sie &quot;das Lernen lernen&quot;.<br />  Sie haben immer schon Vorerfahrungen, positive oder negative.<br />  Im folgenden sollen die oben genannten Punkte auf solche Erfahrungen<br />  hin geprüft werden.<br /><br />  BEDEUTSAMKEIT (des Lerngegenstandes): Jedermann kennt den Spruch:<br />  &quot;Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen!&quot;. Damit soll <br />  gesagt sein, daß wir uns  bemühen sollten, Kenntnisse und Fähigkeiten<br />  unter dem Gesichtspunkt künftiger Anwendbarkeit zu sehen. Betrachtet<br />  man diese Maxime jedoch etwas näher, so erweist sie sich als <br />  wesentlich komplizierter als man annimmt: Was man künftig &quot;brauchen&quot;<br />  wird, hängt immer auch davon ab, wofür man sich jetzt zu interes-<br />  sieren beginnt. Nicht nur, daß wir die Zukunft und somit den <br />  künftigen Bedarf nicht vorhersehen können; wir können auch unsere<br />  eigene Persönlichkeitsentwicklung nur teilweise vorhersagen. <br />  Insofern läßt sich die Bedeutung eines Lerngegenstandes keineswegs <br />  aus unseren Zukunftsvorstellungen ableiten. Wir müssen stets auch <br />  unsere Vergangenheit und unsere Gegenwart heranziehen, um solche<br />  Bedeutungen zu erkennen und auch bewußt formulieren zu können.<br /><br />  KONZENTRATION: Das Bewußtsein langfristiger Bedeutsamkeit eines<br />  Lerngegenstandes reicht offfensichtlich nicht aus, um in jedem <br />  Augenblick die Entscheidungen über Lernzeit und Lernaufwand ver-<br />  nünftig treffen und und konsequent durchführen zu können. Es gibt<br />  offensichtlich Ablenkungen der verschiedensten Art. Auch dies ist <br />  eine Alltagserfahrung: In jedem Moment streiten meist mehrere<br />  - bewußt oder unbewußt wirksame - Handlungsziele um Verwirklichung.<br />  Auf dem Schreibtisch liegt das Buch - draußen lockt das Wetter <br />  zum Bade - im Fernsehen läuft eine wichtige Sendung. Mancher hat<br />  hier schon seine privaten Erfindungen gemacht, wie man sich dazu <br />  bringen kann, &quot;bei der Stange zu bleiben&quot;: Sich selbst Belohnungen<br />  in Aussicht stellen, wenn man durchhält, die Lernaktivität, zu <br />  der man sich entschlossen hat, mit einer Reihe von angenehmen<br />  Kleinbelohnungen zu  umgeben (etwas in den Mund stecken, sei es<br />  eine Zigarette, sei es etwas Eßbares, sei es ein Getränk), oder<br />  auch das Ausdenken von Strafen, wenn nicht.... Es gibt aber auch<br />  die Erfahrung, daß es keinen größeren Erfolg als den Erfolg gibt, <br />  daß der beste Lohn darin liegen kann, die Sache als solche lieben<br />  zu lernen. Ebenso  wie man sich angewöhnen - sprich: wie man <br />  lernen - kann, Zigaretten zu mögen, kann man auch lernen, Waldlauf,<br />  Zeitungslektüre oder Kreuzworträtsel zu mögen.<br /><br />  INFORMATIONSVERARBEITUNG: Daß Lernen etwas mit Informationen zu<br />  tun hat, ist auch eine Alltagserfahrung. Dabei ist zunächst un-<br />  erheblich, in welcher Weise die Informationen vorliegen: als<br />  &quot;Vormachen&quot; der zu erlernenden Tätigkeit durch einen anderen, <br />  als Abbildung oder als gesprochene oder geschriebene Sprache.<br />  Informationen sind aber noch keine Garantie dafür, daß sie auch<br />  aufgenommen werden. &quot;Man kann ein Pferd zur Tränke führen, aber <br />  nicht trinken machen!&quot; - so lautet ein englisches Sprichwort.<br />  Informationsaufnahme ist demnach als ein aktiver Prozeß des <br />  Lerners zu sehen. Wie der Lerner den Informationsaufnahmeprozeß<br />  steuert und regelt, darüber haben Menschen schon lange nachgedacht.<br />  Bei diesem Nachdenken hat sich in einigen Punkten Übereinstimmung <br />  ergeben. Einmal ist die Tätigkeit  des Informationsaufnehmens <br />  nämlich in hohem Maße abhängig von der Vorerfahrung (dem Vorwissen,<br />  der Vorstrukturierung meines Wissens). Zum anderen ist offen-<br />  sichtlich die Information ein und derselben Sache für verschiedene <br />  Menschen verschieden groß. Und schließlich ist die Menge der <br />  Informationen pro Zeiteinheit, die aufgenommen und verarbeitet <br />  werden können, begrenzt. Schließlich aber, und auch das ist <br />  wichtig zu wissen, gibt es im menschlichen Gehirn keine erkennbare<br />  Grenze der &quot;Speicherungsfähigkeit&quot;, d.h. alles was aufgenommen und<br />  verarbeitet werden kann, findet auch Platz. Das Phänomen des <br />  Vergessens und Verlernens bei mangelnder Übung kennt ebenfalls <br />  jeder, wie man auch aus eigener Erfahrung meist weiß, daß man<br />  beim &quot;Wiederlernen&quot; einer Sache, die man vergessen zu haben <br />  scheint, weniger Zeit braucht. Sie kann demnach nicht völlig <br />  &quot;ausgelöscht&quot; gewesen sein.<br />  <br />  ÜBEN: Knüpfen wir auch hier wieder an eine Sprichwörterweisheit <br />  an: &quot;Übung macht den Meister!&quot;. Darin liegen ganz offensichtlich <br />  zwei Aspekte. Zum einen wirkt &quot;Üben&quot; oder &quot;Wiederholen&quot; <br />  (&quot;repetitio est mater studiorum&quot;) dem Vergessen entgegen und <br />  bewirkt es, eine Fähigkeit, die erlernt wurde, auf der gleichen <br />  Höhe zu halten. Zum anderen aber steht Üben auch im Zusammenhang<br />  mit Perfektion und Virtuosität. Da sich jede Fähigkeit (bis zu<br />  einer individuell und theoretisch zu bestimmenden Obergrenze)<br />  steigern läßt, welche die meisten Menschen nie anstreben,<br />  geschweige denn erreichen, geht es meistens immer noch ein <br />  bißchen weiter. Man weiß das vom Klavierspielen, aber auch vom <br />  Sport. Für die Beherrschung einer Fremdsprache gilt ähnliches. <br />  Und schließlich dürfen die Dinge auch im emotionalen Bereich<br />  Entsprechungen haben. Haß ist erlernbar und offenbar auch <br />  steigerungsfähig. Man muß nur gut üben.<br /><br />  ÜBERTRAGUNG (auf neue Lebenssituationen): Wer hat nicht schon den <br />  Spruch gehört, daß jemand, der Latein gelernt hat, besser logisch<br />  denken kann. Dahinter verbirgt sich die Auffassung, daß die <br />  Fähigkeiten, die man beim Lateinlernen entwickelt, auf andere<br />  Erfahrungsbereiche übertragbar seien. Dies ist nicht ganz falsch,<br />  aber auch nicht ganz richtig. Richtig ist dies deshalb, weil eine<br />  Übertragung jeder Erfahrung auf neue Situationen stattfindet, <br />  wenn sich frühere und neue Situationen in bestimmten Punkten <br />  entsprechen. Also ist auch das Zuordnen von Beispielen und<br />  Regeln, das beim Lateinlernen stattfindet, eine in diesem Sinne<br />  auf ähnliche Situationen übertragbare Erfahrung. Andererseits<br />  trifft natürlich auch das Umgekehrte zu: Wer das Zuordnen von<br />  Regeln und Beispielen an einem komplexen Gegenstand - etwa an<br />  einer Programmiersprache erlernt hat, kann diese Erfahrungen auch<br />  auf das Lateinlernen übertragen; aber natürlich auch auf andere<br />  Bereiche mit ähnlichen Strukturen. Wenn dies zutrifft, dann <br />  wird es darauf ankommen, die Regelhaftigkeit solcher Übertragungen<br />  etwas genauer durchschauen zu lernen. Vor allem die Beschäftigung<br />  mit allgemeinern Handlungsregeln oder &quot;Modellen&quot; spielt hier eine<br />  gewisse Rolle.<br /><br />  Dies aber verweist uns auf unser Ausgangsproblem: &quot;Lernstrategien<br />  entwickeln&quot;. Wenn wir das &quot;Lernen lernen&quot; wollen, so müssen wir <br />  demnach auch versuchen, allgemeinere Handlungsmuster für Lern-<br />  tätigkeit zu erkennen und anwenden zu lernen. Diese &quot;Lern-<br />  strategien&quot; sind dann zu üben.. Voraussetzung aber ist, daß wir <br />  eine persönliche Bedeutsamkeit in der jeweils zu erlernenden <br />  Fähigkeit sehen können, daß wir unsere Konzentration sichern <br />  (etwa indem wir uns bemühen, während der ganzen Seminarzeit im <br />  Raum zu sein), und schließlich, daß wir gewisse Informationen<br />  (z.B. lernpsychologisches Wissen) aufnehmen.<br /><br />  REFLEXION: Damit sind wir beim sechsten und letzten Punkt ange-<br />  kommen. Eine Erfahrung wird nur dadurch zu einer Erfahrung, daß <br />  man sie bewußt macht (prüfen Sie einmal, wie Sie die beiden <br />  letzten Wörter betont haben!). Es geht also darum, nach Ablauf <br />  eines Geschehens z.B. eines Lernprozesses, sich darüber Gedanken<br />  zu machen, was geschehen ist, aber auch das Geschehene zu <br />  bewerten. Solche Reflexion setzt zumeist Sprache voraus. Man <br />  kann aber auch Bilder und Zeichen verwenden. Besonders nützlich<br />  sind hier &quot;Lernberichte&quot;, die man entweder schreibt (man braucht<br />  sie ja keinem anderen zu zeigen) oder aber auch mündlich anderern<br />  vorträgt. Dabei ist allerdings darauf zu achten, daß keine <br />  anderen Motive ins Spiel kommen (z.B. daß man sich überlegen <br />  darstellen will). Nach und nach wird man dazu kommen, zur Inter-<br />  pretation des Geschehens Theorien und Modelle heranzuziehen, <br />  entweder solche, die die Wissenschaft entwickelt hat, oder aber <br />  solche, die man selber einer Bewährungsprüfung unterzogen und <br />  für den eigenen Gebrauch als zweckmäßig ausgewählt hat.<br /><br /><br />  LERNÜBUNG 1: Versuchen Sie, die wichtigsten Aussagen dieses <br />  Textes so zu lernen, daß Sie sie einer anderen Person mitteilen<br />  können! Gehen Sie bitte in folgenden Schritten vor:<br /><br />  1. Schritt: Machen Sie sich klar, welche Bedeutung für Sie der<br />              Erwerb von Lernstrategien hat, und zwar im Hinblick<br />              auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft!<br /><br />  2. Schritt: Überlegen Sie sich, wie Sie sich am &quot;Ausbrechen&quot; <br />              aus der Lektüre bzw. aus dem Lernprozeß selbst <br />              hindern wollen! Schließen Sie am besten einen <br />              schriftlichen Vertrag mit sich selbst!<br /><br />  3. Schritt: Ordnen Sie die Information so, daß sie in Ihr <br />              Erfahrungssystem paßt! Wenn dies auf Anhieb nicht<br />              gelingt, benutzen Sie die sechs verwendeten Begriffe<br />              &quot;Bedeutsamkeit&quot;, &quot;Konzentration&quot;, &quot;Informations-<br />              verarbeitung&quot;, &quot;Übung&quot;, &quot;Übertragung&quot; und &quot;Reflexion&quot;. <br />              Wenn Sie noch eine zusätzliche &quot;Eselsbrücke&quot; brauchen,<br />              bilden Sie aus den Anfangsbuchstaben ein schönes<br />              Wort (z.B. &quot;IKÜBÜR&quot;! Sie können auch ein prägnantes <br />              Bild oder eine andere Symbolik verwenden, die Sie<br />              kennen.<br /><br />  4. Schritt: Das Gelernte kann man recht gut üben, wenn man es <br />              einem anderen berichtet. Dieser soll ruhig zurück-<br />              fragen dürfen, aber nur sehr formal (z.B. &quot;Sind das <br />              nur fünf Punkte?&quot; oder &quot;Bezieht sich Informations-<br />              verarbeitung nur auf Aufnehmen und Speichern?&quot;).<br />              Eine richtige Diskussion zu diesem Zeitpunkt wäre<br />              eher eine Ablenkung. Man kann sich den Gegenüber<br />              aber auch nur vorstellen, und sich dabei selbst die<br />              Fragen stellen. Was man nicht weiß, am besten <br />              notieren und später gezielt nachlesen.<br /><br />  5. Schritt: Bearbeiten Sie einen anderen Text auf die gleiche <br />              Weise, später vielleicht einen Vortrag oder eine<br />              technische Fertigkeit wie die Bedienung eines<br />              Kleinrechners.<br />  <br />  6. Schritt: Schreiben Sie einen kurzen Lernbericht, in dem Sie<br />              Ihre Erfahrungen, Schwierigkeiten und Einsichten<br />              festhalten! Sie können auch, wenn Sie nicht gern<br />              schreiben, einen anderen bitten, Ihren mündlichen<br />              Bericht anzuhören.<br /><br /><br />              Quelle: Flechsig, Karl-Heinz,<br />                         &quot;Lernstrategien&quot;,<br />                         13.05.1980<br />                     ]]></summary>
		<updated>2019-01-22T19:26:02Z</updated>
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		<title>Lernstrategie</title>
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		<summary type="html"><![CDATA[Lernstrategien sind Strategien, die Menschen anwenden, um sich Wissen oder Kompetenzen anzueignen. Man verwendet dafür auch die Begriffe &quot;Lerntechniken&quot;, &quot;Studiertechniken&quot; oder &quot;Arbeitstechniken&quot;. Diese Techniken beinhalten im besonderen Methoden,<br />   - sich selbst zum Lernen zu veranlassen (&quot;Selbstmotivation&quot;),<br />   - sich für Lernen selbst zu belohnen (&quot;Selbstverstärkung&quot;),<br />   - Wissensquellen zu erschließen (&quot;gewusst wo&quot;),<br />   - Wissensquellen zu erschließen und zu beurteilen,<br />   - Wissen gedächtnismäßig zu behalten (&quot;Memoriertechniken&quot;),<br />   - Wissen situationsgerecht anzuwenden und<br />   - Probleme zu lösen.]]></summary>
		<updated>2019-01-22T19:23:28Z</updated>
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		<title>Erfahrungslernen</title>
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		<summary type="html"><![CDATA[&quot;Erfahrungslernen&quot; bezeichnet zum einen - neben &quot;Modell-Lernen&quot;, &quot;Lernen durch Einsicht&quot; und &quot;Lernen des Lernens&quot; - eine der vier Grundformen des Lernens: die Form des Lernens, die auf eigener Erfahrung (z.B. durch Versuch und Irrtum) beruht.<br />Lerntätigkeit findet in bezug auf Personen und auf Gegenstände statt und führt zu als positiv (&quot;Belohnungen&quot;) und negativ (&quot;Strafen&quot;) empfundenen Rückwirkungen und Folgen. Der dabei durch geordnetes Erinnern an solche Tätigkeiten und durch Verknüpfungen mit früheren Erfahrungen gebildete persönliche Erfahrungszusammenhang dient als Grundlage späteren Lernens. <br />Seit Beginn dieses Jahrhunderts hat didaktisches Handeln dem Erfahrungslernen (&quot;Lernen durch eigenes Tun&quot;) erhebliche Bedeutung zuerkannt, besonders für das Lernen in frühen Lebensphasen, aber auch für frühe Phasen längerfristiger Kompetenzaneignung, in denen sinnliche und körperliche Erfahrung als Grundlage späterer Formen einsichtsvollen (theoretischen) Lernens dient.<br /><br />Zum anderen bezeichnet Erfahrungslernen ein didaktisches Prinzip, das in den 1970er Jahren im englischen Sprachraum unter der Bezeichnung &quot;experiential learning&quot; entwickelt wurde, um Erwachsenen Zertifikate auf Grund von Lebens- und Berufserfahrung statt Hochschulbesuch zu erteilen.<br />(Flechsig: in CEDID)<br />  Die Fähigkeiten, die ein Mensch bei seiner Geburt mit auf die Welt bringt,<br />  reichen für sein künftiges Leben nicht aus. Seine angeborenen Wahr-<br />  nehmungsschemata (z. B. die Fähigkeit, die Mutterbrust über den Mund-<br />  kontakt zu identifizieren) und seine angeborenen Reflexe (z. B. der <br />  Saugreflex oder der Greifreflex) erlauben ihm noch nicht einmal kurzfristiges<br />  Überleben ohne fremde Hilfe. Dennoch sind diese dem Menschen gattungs-<br />  mäßig überlieferten  angeborenen Fähigkeiten (&quot;Instinkte&quot;) die Grundlage<br />  für den Erwerb aller folgenden Fähigkeiten, die er erlernen muß.<br /><br />  In den ersten Jahren ist die Hauptquelle aller Lernprozesse die eigene<br />  Erfahrung. Dies gilt für die sehr frühen Lernprozesse wie z. B. das gezielte<br />  Greifen nach einem Gegenstand. Es gilt für das geschickte Anfassen eines<br />  sehr zerbrechlichen Objekts. Und es gilt für die richtigen Griffe auf einer<br />  Gitarre. Mit fortschreitender Entwicklung und Differenzierung der einzelnen <br />  Fähigkeiten wird dabei der Anteil der angeborenen Fähigkeiten immer kleiner,<br />  der der erlernten Fähigkeiten immer größer.<br /><br />  Was aber heißt &quot;eigene Erfahrung&quot;? Im weitesten Sinne werden darunter <br />  Austauschprozesse und Wechselbeziehungen verstanden, die ein Mensch <br />  zu seiner Außenwelt aufnimmt, zu anderen Menschen, zu Objekten oder zu <br />  Symbolen (wie z. B. Schriftzeichen). Solche Austauschprozesse verlaufen<br />  in der Regel so, daß er über seine Sinnesorgane (Auge, Ohr, Nase) <br />  Informationen aus der Außenwelt aufnimmt, diese in komplizierter Weise<br />  verarbeitet und daraufhin über seine &quot;ausführenden Organe&quot; (z. B. Hände, <br />  Füße, Sprechorgan) seinerseits auf seine Umwelt einwirkt. Bei diesem auch<br />  als &quot;Tätigkeit&quot; bezeichneten Prozeß der Wechselbeziehung von Mensch<br />  und Umwelt werden Erfahrungen gemacht, wenn es sich um zielgerichtete<br />  Tätigkeiten handelt, die Spuren im Gedächtnis hinterlassen. Die Art und die <br />  Häufigkeit der Tätigkeiten bestimmt deshalb den Aufbau der Erfahrung. <br />  Vorausgegangene Erfahrungen bestimmen ihrerseits künftige Zielsetzungen<br />  und Erwartungen und damit künftige Erfahrung.<br /><br />  Wechselwirkung und Kontinuität sind somit die Grundbedingungen des  <br />  Lernens durch eigene Erfahrung: Ein Lerner muß mit seiner Außenwelt in <br />  ein Verhältnis von Wechselwirkung eintreten. Und das Ergebnis dieser <br />  Wechselwirkung muß von ihm so verarbeitet werden, daß es die Grundlage<br />  für darauffolgende Prozesse werden kann.<br /><br />  Lernen durch eigene Erfahrung ist ein hochkomplexer Prozeß. Insofern <br />  gibt es nicht nur eine Theorie, die sich darum bemüht, ihn zu erklären. <br />  In der neueren Psychologie gibt es mindestens drei, teils konkurrierende,<br />  teils komplementäre Theorien des Lernens durch eigene Erfahrung:<br /><br />  - Die Theorie des bedingten Reflexes (bzw. des respondenten Lernens),<br />    deren Hauptvertreter A. PAWLOW (1849 - 1936) ist.<br /><br />  - Die Theorie des Kontiguitätslernens, als deren früher Hauptvertreter<br />    E. A. GUTHRIE (1886 - 1959) gilt.<br /><br />  - Die Theorie des operanten Lernens (auch &quot;instrumentelles Lernen&quot; <br />    oder &quot;Lernen durch Verstärkung&quot; genannt), deren Hauptvertreter B. F. <br />    SKINNER (geb. 1904) ist.<br /><br />  WICHTIGE ZITATE:<br /><br />        &quot;Es gibt viele Tätigkeiten, die von jedermann übereinstimmend zu<br />        den Beispielen für Lernprozesse gezählt werden: etwa die Aneig-<br />        nung eines Wortschatzes, das Einprägen eines Gedichtes, der Er-<br />        werb von Fertigkeiten im Maschinenschreiben usw. Es gibt aber<br />        auch nicht gleich so offenkundig dazugehörige Tätigkeiten, die<br />        man doch ebenfalls leicht als gelernt identifizieren kann, nach-<br />        dem man sie genauer betrachtet hat. Hierunter fallen die Entste-<br />        hung von Vorurteilen, Neigungen und anderer sozialer Einstel-<br />        lungen und Ideale einschließlich jener zahlreichen Verhaltenswei-<br />        sen, die an der sozialen Wechselwirkung der Menschen untereinan-<br />        der beteiligt sind. Schließlich kennen wir noch eine Anzahl von<br />        Aktivitäten, deren Erlernen man gewöhnlich nicht als vorteilhaft<br />        oder als einen Fortschritt bezeichnen kann, weil sich der Nutzen,<br />        sofern es ihn überhaupt gibt, nicht unmittelbar aufweisen läßt.<br />        Hierzu gehören etwa Zuckungen der Gesichtsmuskulatur, Besonder-<br />        heiten des Auftretens und autistische Gebärden.<br /><br />        Eine solche Aufzählung von Beispielen für Lernprozesse eignet<br />        sich sehr gut dazu, einer Definition näherzukommen. Tatsächlich<br />        ist es nämlich sonst außerordentlich schwierig, eine allseitig<br />        zufriedenstellende Definition zu formulieren. Wir sind zwar na-<br />        türlich zunächst versucht, Lernen als Übungsfortschritt oder als<br />        Nutzung von Erfahrung zu definieren, doch wissen wir auch recht<br />        gut, daB manches Lernen keine Verbesserung erbringt, daß gar<br />        seine Folgen uns als nicht wünschenswert erscheinen. Wenn man das<br />        Lernen andererseits schlechthin als Veränderung bei Wiederholung<br />        beschreibt, so kann man es leicht mit Wachstum, Ermüdung und<br />        allen anderen Veränderungen verwechseln, die sich im Laufe von<br />        Wiederholungen ergeben können. Die folgende Definition sei zu-<br />        nächst nur als vorläufig angeboten:<br /><br />            Lernen ist der Vorgang, durch den eine Aktivität im Gefolge<br />            von  Reaktionen des Organismus auf eine Umweltsituation  ent-<br />            steht oder verändert wird. Dies gilt jedoch nur, wenn sich<br />            die  Art der Aktivitätsänderung nicht auf der Grundlage ange-<br />            borener Reaktionstendenzen von Reifung oder von  zeitweiligen<br />            organismischen Zuständen (z. B. Ermüdung, Drogen usw.) erklä-<br />            ren läßt.<br /><br />        Diese  Definition kann wegen der darin enthaltenen Unbestimmthei-<br />        ten  nicht voll befriedigen.  Immerhin kann sie uns aber auf  die<br />        Problematik einer jeden Definition des Lernens aufmerksam machen:<br />        Eine  Definition  muß zwischen zwei Gruppen von  Phänomenen  ein-<br />        schließlich  ihrer Vorbedingungen  unterscheiden,  nämlich  jenen<br />        Arten von Veränderungen,  die man als &quot;Lernen&quot; bezeichnen sollte,<br />        und jenen, die nicht unter den Begriff Lernen fallen.&quot;<br /><br />        Quelle: E.  R.  Hilgard u.  G.  H. Bower, Theorien des Lernens I,<br />                Stuttgart 1970, S. 16.<br /><br />        _________________________________________________________________<br /><br />        Eine Erfahrung machen<br /><br />        &quot;Erfahrungen  werden  ständig gemacht,  denn die Interaktion  von<br />        lebendigem Geschöpf und Umwelt ist Teil des eigentlichen  Lebens-<br />        prozesses.  Unter  den  Bedingungen von Widerstand  und  Konflikt<br />        statten die in dieser Interaktion enthaltenen Aspekte von Ich und<br />        Welt die Erfahrung mit Empfindungen und Vorstellungen aus, so daß<br />        ein bewußter Plan in Erscheinung tritt. Oftmals jedoch bleibt die<br />        gemachte Erfahrung unvollständig. Man erfährt die Dinge, fügt sie<br />        aber nicht zu einer Erfahrung zusammen. Es herrschen Trennung und<br />        Auflösung.  Was wir beobachten und was wir denken, was wir erseh-<br />        nen  und was wir erlangen,  steht nicht miteinander im  Einklang.<br />        Wir  machen uns an die Arbeit und halten inne;  wir beginnen  und<br />        brechen ab - nicht etwa, weil das Ziel der Erfahrung, um dessent-<br />        willen sie begonnen wurde,  erreicht wäre,  sondern wegen äußerer<br />        Unterbrechungen oder innerer Lethargie.<br /><br />        Im  Gegensatz zu solcher Art von Erfahrung machen wir eine Erfah-<br />        rung,  wenn das Material,  das erfahren worden ist, eine Entwick-<br />        lung bis hin zur Vollendung durchläuft.  Dann,  und nur dann, ist<br />        es  in  den  Gesamtstrom der Erfahrung  eingegliedert  und  darin<br />        gleichzeitig von anderen Erfahrungen abgegrenzt. Eine Arbeit wird<br />        zufriedenstellend abgeschlossen;  ein Problem findet eine Lösung;<br />        ein  Spiel wird bis zum Ende durchgespielt;  eine  Situation  ist<br />        derart abgerundet,  daß ihr Abschluß Vollendung und nicht Abbruch<br />        bedeutet  - sei es nun,  daß es sich um das Einnehmen einer Mahl-<br />        zeit  handelt oder um eine Partie Schach,  um ein  Gespräch  oder<br />        darum,  daß man ein Buch verfaßt oder an einer politischen Aktion<br />        teilnimmt.   Eine  solche Erfahrung bedeutet ein Ganzes,  sie be-<br />        sitzt  ihre besonderen,  kennzeichnenden Eigenschaften  und  eine<br />        innere Eigenständigkeit. Sie ist eine Erfahrung.&quot;<br /><br />        &quot;In  unterschiedlichen Erfahrungen - mögen sich ihre  Gegenstände<br />        im  einzelnen noch so wenig ähneln - finden sich daher gemeinsame<br />        Grundmuster.  Man trifft auf Voraussetzungen, ohne die sich keine<br />        Erfahrung  bilden kann.  Der Grundzug dieses gemeinsamen  Musters<br />        ergibt sich aus der Tatsache, daB jede Erfahrung das Resultat von<br />        Interaktion zwischen dem lebendigen Geschöpf und einem bestimmten<br />        Aspekt der Welt,  in der er lebt, darstellt. Ein Mensch tut etwas<br />        - nehmen  wir an,  er hebt einen Stein auf.  Folglich  widerfährt<br />        ihm,  erleidet er etwas:  Gewicht, Druck, Struktur und Oberfläche<br />        des  aufgehobenen Gegenstandes.  Die so erfahrenen  Eigenschaften<br />        bestimmen  das weitere Handeln.  Der Stein ist zu schwer oder  zu<br />        kantig, oder er ist nicht hart genug; es kann aber auch sein, daß<br />        die  erfahrenen Eigenschaften zeigen,  daß er sich für den  beab-<br />        sichtigten Zweck eignet.  Dieser Prozeß setzt sich so weit  fort,<br />        bis  eine gegenseitige Anpassung von Selbst und Objekt  erkennbar<br />        wird und jene besondere Erfahrung ihren Abschluß findet.  Was für<br />        diesen einfachen Sachverhalt zutrifft, gilt, was die Form angeht,<br />        für jede Erfahrung.  Das handelnde Subjekt kann auch ein Geistes-<br />        arbeiter in seinem Studierzimmer sein,  und die Umgebung, mit der<br />        er sich in Interaktion befindet,  kann statt aus einem Stein, aus<br />        Gedanken bestehen.  Es ist jedoch die beiderseitige Wirkung,  die<br />        die  Summe der gemachten Erfahrung bestimmt,  und der sie vollen-<br />        dende Schluß besteht in der Erlangung einer spürbaren Harmonie.<br /><br />        Eine Erfahrung ist nicht deshalb geordnet und strukturiert,  weil<br />        sie  aus dem Wechsel von Handeln und Hinnehmen  besteht,  sondern<br />        weil  sich beides in einer Beziehung  zueinander  befindet.  Hält<br />        man die Hand ins Feuer, so daß sie verbrennt, bedeutet dies nicht<br />        unbedingt,  daß man eine Erfahrung macht.  Eine Handlung und ihre<br />        Folge müssen in der Erkenntnis miteinander in Verbindung gebracht<br />        werden.  Erst durch dieses Verhältnis gibt es einen Sinn.  Es  zu<br />        erfassen  ist  der Gegenstand aller  Intelligenz.  Tragweite  und<br />        Inhalt  der Beziehungen bestimmen die inhaltliche Bedeutung einer<br />        Erfahrung.&quot;<br /><br />        Quelle: John Dewey,  Kunst als Erfahrung (1934),  Frankfurt 1980,<br />                S.47 und S. 56 f.<br /><br />        _________________________________________________________________<br /><br /><br />        DREI THEORIEN DES LERNENS DURCH EIGENE ERFAHRUNG<br /><br />        Respondentes Lernen (klassisches Konditionieren)<br /><br />        &quot;Eine der grundlegenden Lernformen stellt das respondente  Lernen<br />        dar, das auch klassische Konditionierung genannt wird. Bei diesem<br />        Lernen wird eine Reaktion durch einen bekannten Reiz ausgelöst.<br />         .....<br />        Einige  der  deutlichsten Beispiele für respondentes Lernen  sind<br />        die Konditionierungsstudien des berühmten russischen  Physiologen<br />        Iwan  Pawlow.  Eine kurze Zusammenfassung dieser historischen Un-<br />        tersuchungen wird uns helfen, einige terminologische Grundbegrif-<br />        fe zu klären.<br /><br />        Einem Hund wird ein wenig Fleischpulver gegeben:  Seine Speichel-<br />        drüsen beginnen zu arbeiten,  während er frißt. Das Fleischpulver<br />        ist  ein  sogenannter unkonditionierter Stimulus  (US),  und  der<br />        einsetzende  Speichelfluß  ist eine  sogenannte  unkonditionierte<br />        Reaktion (UR).  Das Auftreten dieser Reaktion auf die  Darbietung<br />        des Reizes ist nicht erlernt, es erfolgt instinktiv.<br /><br />        Jetzt schalten wir in der Gegenwart des Hundes ein Licht ein. Das<br />        Einschalten  des Lichts hat keine oder nur eine minimale  Wirkung<br />        auf  den Speichelfluß des Hundes.  Als nächstes schalten wir  nun<br />        das  Licht  ein,  kurz bevor wir dem Hund das Fleischpulver  (US)<br />        geben.  Wenn  wir dies häufiger nacheinander tun,  und  dann,  in<br />        einem bestimmten Versuchsdurchgang,  nur noch den Lichtreiz  dar-<br />        bieten,  ohne gleichzeitig Fleischpulver zu verabreichen,  werden<br />        wir dennoch die Speicheldrüsen-Reaktion bemerken,  das Licht, ein<br />        zu konditionierender Stimulus,  kann, nach mehreren Assoziationen<br />        mit  dem Fleischpulver,  im Organismus eine Reaktion hervorrufen,<br />        die  jener sehr ähnlich ist,  die ursprünglich bei der  Verabrei-<br />        chung  des Fleischpulvers allein auftrat.  Das Licht,  zuvor  ein<br />        neutraler  Stimulus,  ist  so ein konditionierter  Stimulus  (CS)<br />        geworden,  und die Reaktion,  die er hervorruft,  ist dementspre-<br />        chend  eine  konditionierte Reaktion (CR).  Abb.  6-1  zeigt  die<br />        Beziehung zwischen diesen Begriffen.<br /><br />        In der oben beschriebenen Situation hat sich Verhalten als Resul-<br />        tat von Erfahrung ver{ndert.  Gehen wir also von den Hunden  über<br />        zu  den  Menschen und verwenden wir dieses Modell von  Lernen  in<br />        allgemeinerer  Form.   Die  unkonditionierte  Stimulus-Reaktions-<br />        Verbindung,  so läßt sich sagen,  vollzieht sich immer dann, wenn<br />        ein  Stimulus  (US)  eine Funktion auslöst oder  eine  emotionale<br />        Reaktion (UR) hervorruft - wie zum Beispiel Angst,  Ärger, Erbre-<br />        chen,  Abscheu;  oder auch angenehme Gefühle,  Freude,  Glück und<br />        überschäumende Begeisterung.  Wenn wir einen zuvor neutralen Reiz<br />        mit dem unkonditionierten Stimulus verbinden, so wird er zu einem<br />        konditionierten  Stimulus  und es erfolgt die  Entwicklung  einer<br />        konditionierten  Reaktion (wie Angst oder Freude) beim  Auftreten<br />        dieses  Reizes  (auch ohne das  Auftreten  des  unkonditionierten<br />        Stimulus).&quot;<br /><br /><br />        Kontiguitätslernen<br /><br />        &quot;Wir  haben festgestellt,  daß die Kopplung von unkonditioniertem<br />        Stimulus und konditioniertem Stimulus ein Teil der  Voraussetzung<br />        für  respondentes Lernen ist.  Einige Lerntheoretiker gehen davon<br />        aus, daB sogar nur eine einfache Kopplung von Ereignissen, gleich<br />        welcher  Natur,  ein Lernen hervorrufen kann.  Hierbei ist  nicht<br />        notwendig,  daß eine unkonditionierte  Stimulus-Reaktions-Verbin-<br />        dung besteht. Eine bloße kontingente, enge Assoziation von Stimu-<br />        lus und Reaktion kann zu einer Verhaltensveränderung führen (kon-<br />        tingent  heißt hierbei in einem räumlich-zeitlichen  Zusammenhang<br />        stehen).  Die  Bedeutung  des einfachen Kontiguitätslernens  kann<br />        daran ermessen werden,  wenn man einmal auf diese unvollständigen<br />        Feststellungen antwortet:<br /><br />        Aus einer Mücke einen ......... machen.<br />        Er lügt wie ........<br />        Zwei plus zwei ist ....<br />        Neun mal fünf ist ..............<br />        Der Duft der großen weiten Welt: .................<br /><br />        Das letzte Beispiel war Teil einer Werbungskampagne für  Zigaret-<br />        ten.  Dabei  wurde zuerst der gesamte Satz gesprochen  und,  nach<br />        einer musikuntermalten Pause,  der Anfangsteil wiederholt.  Unter<br />        diesen Bedingungen konnten die meisten Menschen gar nicht anders,<br />        als  zu sich selbst zu sagen:  &#039;Stuyvesant&#039;.  So wurde durch eine<br />        einfache Assoziation der gewünschte Lerneffekt hervorgerufen. Die<br />        anderen Beispiele,  bei denen Sie &quot;Elefant&quot;,  &quot;gedruckt&quot;, &quot;vier&quot;,<br />        &quot;fünfundvierzig&quot; eingesetzt haben,  zeigen, wie wir etwas einfach<br />        deshalb  lernen,  weil Ereignisse oder Stimuli zeitlich sehr  eng<br />        aufeinanderfolgen. Manchmal ist eine Wiederholung des Ereignisses<br />        notwendig,  aber manchmal stellt sich ein Lernerfolg auch bereits<br />        beim  ersten Versuch ein.  Festzuhalten ist,  daß wir hier  keine<br />        unkonditionierten  Stimulus-Reaktions-Verbindungen   voraussetzen<br />        müssen.  Wir  haben  den Begriff &quot;Verstärkung&quot; (der weiter  unten<br />        besprochen wird) noch nicht erwähnt,  mit dessen Hilfe wir Konti-<br />        guitätslernen  näher beschreiben könnten.  Wir wollen  hier  ganz<br />        einfach feststellen, daß Menschen ihr Verhalten ändern können als<br />        Resultat  einer Erfahrung von zwei Ereignissen,  die  miteinander<br />        gekoppelt sind.&quot;<br /><br /><br />        Operantes  Lernen (instrumentelles Lernen;  Lernen durch Verstär-<br />        kung)<br /><br />        &quot;Lernen als ein Ergebnis von Verstärkung - ein weiterer  grundle-<br />        gender Lerntypus - hat sich weitgehend in der Methode der Verhal-<br />        tensmodifikation  durchgesetzt.  Diese Art von Lernen heißt &quot;ope-<br />        rantes&quot; oder &quot;instrumentelles&quot; Lernen,  weil hierbei die Reaktion<br />        eines Individuums &quot;operativ&quot; oder &quot;instrumentell&quot; für das Auftre-<br />        ten  einer Verstärkung (Reinforcement) ist,  das heißt,  das  uns<br />        hier  interessierende Verhalten wirkt derart auf die Umwelt  ein,<br />        daß  es zu einer Verstärkung dieses Verhaltens kommt.  Im  Unter-<br />        schied zu dem oben beschriebenen respondenten Lernen werden Reak-<br />        tionen  im  operanten Lernen nicht  durch  irgendeinen  bekannten<br />        Stimulus ausgelöst, sondern sie werden von einem Individuum spon-<br />        tan produziert,  &quot;emittiert&quot;. Die möglichen &quot;Emissionsreize&quot; sind<br />        hierbei unbekannt und für den Lernproze~ irrelevant. Von Interes-<br />        se  ist  hier nicht der Zusammenhang zwischen auslösenden  Reizen<br />        und ausgelöster Reaktion wie im respondenten Lernen,  sondern der<br />        Zusammenhang  zwischen  einem spontan produzierten Verhalten  und<br />        der  Konsequenz dieses Verhaltens in der Form  einer  Verstärkung<br />        für  ein Individuum;  Verstärkung als Konsequenz eines Verhaltens<br />        ist  die entscheidende Variable beim operanten Lernen. Verhalten,<br />        auf  das  als Konsequenz ein Ereignis eintritt,  das  verstärkend<br />        wirkt,  wird &quot;bekräftigt&quot;.  Ein Verhalten,  das derart  verstärkt<br />        worden  ist,  zeigt die Tendenz,  in einem erhöhten  Umfang,  mit<br />        einer größeren Häufigkeit oder Wahrscheinlichkeit aufzutreten.<br /><br />        Da Ereignisse,  die verstärkend wirken,  überaus wichtige Verhal-<br />        tenseffekte hervorrufen können, müssen wir eine genaue Definition<br />        von  &quot;Verstärker&quot; finden.  Als einen Verstärker wollen wir  jedes<br />        Ereignis oder jeden Stimulus bezeichnen,  der die Auftretenswahr-<br />        scheinlichkeit eines Verhaltens erhöht.<br />         .....<br />        Das  einfachste  Beispiel  für operantes Konditionieren  ist  das<br />        einer  Ratte in der sogenannten Skinner-Box (benannt nach  B.  F.<br />        Skinner, dem Psychologen, der als erster operantes Konditionieren<br />        identifiziert und eine solche Box bei der experimentellen  Unter-<br />        suchung von operanten Lernprozessen verwendet hat).  Die Skinner-<br />        Box  ist  ein allseitig geschlossener kleiner Kasten,  fast  ohne<br />        Ausstattung,  der nur mit einem Freßnapf und einem Hebel versehen<br />        ist.  Wenn  eine  hungrige Ratte zum erstenmal in  diesen  Kasten<br />        gesetzt wird,  zeigt sie eine große Anzahl von spontan produzier-<br />        ten  Reaktionen,  oder  auch operante:  Sie stellt sich  auf  die<br />        Hinterbeine,  schnüffelt herum, versucht, an den Wänden hinaufzu-<br />        klettern  usw.  Schließlich drückt sie auch,  mehr  oder  weniger<br />        zufällig,  auf den Hebel. In der Folgezeit drückt sie noch einmal<br />        darauf; vielleicht noch einmal. Die Häufigkeit, mit der die Ratte<br />        unter diesen Bedingungen, wo keinerlei Verstärkung als Konsequenz<br />        ihres Verhaltens auftritt, auf den Hebel drückt, liefert eine Art<br />        Grundlinie (base line), das sogenannte &quot;operante Ausgangsniveau&quot;,<br />        dieses  Ausgangsniveau drückt die Häufigkeit eines spontan produ-<br />        zierten Verhaltens vor dem Einsetzen einer operanten Konditionie-<br />        rung aus.&quot;<br /><br />        Quelle: N.  L. Gage und D. C. Berliner, Pädagogische Psychologie,<br />                   Band 1, München 1972, S. 81/82, S. 85, S. 87/88<br />]]></summary>
		<updated>2019-01-22T18:49:16Z</updated>
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